
Dein Portfolio wächst – das ist großartig! Doch mit der Zeit kann sich deine ursprünglich festgelegte Asset-Allokation (z.B. 70% Aktien-ETFs, 30% Anleihen-ETFs) verschieben. Warum? Weil die verschiedenen Asset-Klassen unterschiedlich stark wachsen. Dein Aktienanteil könnte auf 80% steigen, ohne dass du auch nur eine weitere Aktie gekauft hast. Dieses Phänomen nennt man Portfolio-Drift. Sie erhöht dein Risiko über das von dir gewünschte Maß hinaus. Heute bringen wir dein Portfolio wieder auf Kurs.
Warum Rebalancing dein Risiko managt
Stell dir vor, du fährst Auto und lässt das Lenkrad los. Das Auto driftet langsam von der Spur. Rebalancing ist das kurze, korrigierende Gegenlenken, das dich wieder in die Mitte deiner Spur bringt. Es zwingt dich, systematisch „Gewinne mitzunehmen“ (von den gut gelaufenen Assets) und „günstig nachzukaufen“ (in die schlechter gelaufenen Assets). So kaufst du automatisch niedrig und verkaufst hoch.
Wann und wie du rebalanced
Es gibt zwei gängige Methoden:
- Zeitbasiert (Einfach): Du führst das Rebalancing in festen Intervallen durch, z.B. einmal jährlich (z.B. immer im Januar) oder alle 18 Monate. Das ist einfach und erfordert wenig Aufwand.
- Schwellenwertbasiert (Präzise): Du legst Toleranzgrenzen fest, z.B. +/- 5%. Sobald eine Asset-Klasse um mehr als 5% von der Zielallokation abweicht, wird rebalanced. Das ist präziser, aber aufwändiger.
Für die meisten Privatanleger ist die jährliche Methode vollkommen ausreichend.
Die praktische Durchführung: So geht’s
Angenommen, deine Zielallokation ist 70/30, jetzt ist sie bei 80/20.
- Methode 1: Mit neuen Sparraten ausgleichen. Leite deine monatlichen Sparplan-Zahlungen für einige Monate vollständig in die untergewichtete Asset-Klasse (in diesem Fall die Anleihen-ETFs). So kaufst du sie auf, bis das Verhältnis wieder stimmt.
- Methode 2: Verkaufen und Kaufen. Du verkaufst einen Teil der übergewichtigen Asset-Klasse (Aktien-ETFs) und kaufft von dem Erlös die untergewichtete (Anleihen-ETFs). Achtung: Beachte dabei die Spekulationsfrist und potenzielle Steuern.
Deine Mission: Führe dein erstes Rebalancing durch
- Sieh dir deine aktuelle Asset-Allokation in deinem Depot an.
- Vergleiche sie mit deiner Ziel-Allokation aus Schritt 1.
- Entscheide, ob und welche Korrektur nötig ist.
- Führe die Korrektur durch – am einfachsten durch Anpassen deines nächsten Sparplans.
Rebalancing ist die Disziplin, die aus einem guten Investor einen großartigen Investor macht. Es hält dich auf dem Pfad, den du dir ursprünglich vorgenommen hast.
Wie stark war deine Asset-Allokation vom Ziel abgewichen? Welche Methode hast du zum Rebalancing gewählt?