Stell dir vor, du läufst auf einem schmalen Grat. Unter dir ist ein tiefer Abgrund. Würdest du ohne Sicherungsseil gehen? Wahrscheinlich nicht. Im Finanzleben ist der Notgroschen dein Sicherungsseil. Er fängt dich auf, wenn das Unerwartete passiert: Die Waschmaschine geht kaputt, das Auto braucht eine teure Reparatur, oder du verlierst unerwartet deinen Job.

Ein intaktes Sicherheitsnetz gibt dir nicht nur finanzielle, sondern auch immense psychologische Sicherheit. Es befreit dich von der ständigen Angst vor dem „Was-wäre-wenn“.

Wie hoch sollte dein Notgroschen sein?

Eine gute Daumenregel sind 3 bis 6 Nettomonatsgehälter (oder 3-6 Monate deiner fixen Lebenshaltungskosten). Die genaue Höhe hängt von deiner Situation ab:

  • 3 Monate: Ausreichend, wenn du einen sehr sicheren Job hast, keine großen Verpflichtungen (wie ein Haus) und ein duales Einkommen in der Familie.
  • 6 Monate oder mehr: Empfohlen für Selbstständige, Alleinverdiener mit Familie oder in unsicheren Branchen.

Wo parke ich mein Sicherheitsnetz?

Dein Notgroschen muss zwei Dinge erfüllen: sicher und sofort verfügbar sein. Das bedeutet:

  • Ein separates Tagesgeldkonto ist die ideale Lösung. Es ist nicht an dein Girokonto gebunden (verhindert versehentliches Ausgeben), du kommst aber jederzeit ran.
  • NICHT investiert in Aktien, ETFs oder andere volatile Anlagen! Der Wert deines Notgroschens darf niemals schwanken, wenn du ihn brauchst.

Deine Mission: Überprüfe deinen Notgroschen-Status

  1. Berechne deine Zielsumme: Nimm deine monatlichen Fixkosten (Miete, Versicherungen, Lebensmittel) und multipliziere sie mit 3, 4, 5 oder 6.
  2. Vergleiche mit der Realität: Wie viel hast du aktuell auf deinem Tagesgeldkonto?
  3. Definiere den nächsten Schritt:
    • Notgroschen unvollständig? Mache ihn zu deiner absolut obersten Priorität. Leite jeden überschüssigen Euro dorthin, bis er voll ist.
    • Notgroschen vollständig? Glückwunsch! Jeder weitere Euro kann nun in den Vermögensaufbau (Investitionen) fließen.

Ein voller Notgroschen ist die Grundlage jedes soliden Finanzplans. Er gibt dir die Gelassenheit, langfristig zu denken.

Als Nächstes schauen wir uns an, was dich ausbremst: Schulden.


Ist dein Notgroschen schon voll? Oder wie viel fehlt dir noch? Teile dein Ziel – das schafft Verbindlichkeit!